Zum Glück sind diese Zeiten vorbei
Dienstag, 11. Januar 2011
wikimedia.orgWie war das nochmal? "Hundeerziehung" vor gut 100 Jahren? Zu einer Zeit, in der der Begriff Hundeschule noch keinen festen Platz im allgemeinen Sprachgebrauch hatte. Zu einer (aus tierpsychologischer Sicht) zum Glück längst vergangenen Zeit.
Das Meyers Große Konversations-Lexikon von 1905 hält einige haarsträubende Begriffsdefinitionen zum Thema Hunderziehung zu Beginn des 20. Jahrhunderts bereit, die eher an Schwarze Pädagogik erinnern denn an tiergerechte Hundeerziehung. Also an jene Erziehungsmethoden, die Gewalt und Einschüchterung als Mittel enthalten:
Dressierband
Ein Halsband für Hunde aus Holzkugeln (Kastanien), aus denen Drahtspitzen hervorragen,
oder aus Drahtgliedern, deren Enden nach dem Hals des Hundes umgebogen sind, wird dem zu dressierenden Hunde so um den Hals gelegt, daß es ihm beim Rücken der Leine Schmerz bereitet.
Lexikon: Dressierband. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905)
Dressierbock
Ein Stück Holz mit senkrecht zur Achse eingesteckten Pflöcken, liegt nicht platt auf der Erde und erleichtert dem zu dressierenden Hunde das Aufnehmen.
Lexikon: Dressierbock. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905)
Dressierleine (Knotenleine)
Eine mit Knoten versehene, schwach fingerdicke Hanfleine, wird dem zu dressierenden Hunde so um den Hals geschlungen, daß sie ihm beim Anziehen Schmerz verursacht.
Lexikon: Dressierleine. Meyers Großes Konversations-Lexikon (1905)
Mit tier- und artgerechter Hundeerziehung im heutigen Sinne haben diese brutalen Mittel selbstverständlich nichts zu tun. Und obwohl leider immer noch tagtäglich Hunde durch Einwirkung von Gewalt "erzogen", oder besser, gebrochen werden: wir können uns wirklich glücklich schätzen, dass diese Zeiten vorbei sind.
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